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Trimble Scanner X7 vs. TX8
20. Juli 2021
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Auch in der Vermessungstechnik gibt es immer wieder Innovationen bei dem Equipment. Nachdem der Trimble X7 schon über ein Jahr auf dem Markt ist, wollen wir ein kleines Feedback wagen.
Der Umstieg bei uns vom bisherigen TX8 (manchmal noch im Einsatz) zum X7 erfolgte gegen Herbst 2020.

In den Spezifikationen sind die Unterschiede beider Scanner eher marginal. Beim Transport macht sich das deutlich geringere Gewicht des X7 positiv bemerkbar. Der TX8 bringt hier noch 11,2 kg auf die Waage während der X7 mit nur 5,8 kg punktet (+ 1,5 kg für das T10 Tablet).

Die Laserklasse 1 ist bei beiden gegeben und daher völlig unbedenklich bei der Arbeit mit den Geräten.

Mit IP 55 (Staub & Strahlwasser) hat der X7 besseren Schutz gegen Feuchtigkeit als der TX8 mit IP 54 (Staub & Spritzwasser). Im Anwendungsfall spielt das eine untergeordnete Rolle, da man im Regen durch die Reflexion der Tropfen ohnehin nicht scannen wird.

Bei der Reichweite hat der TX8 mit 120 m und optionaler Aufrüstung auf 340 m die Nase vorn. Der X7 hat eine Reichweite von 80 m, was im üblichen Fall völlig ausreichend ist. Sofern man keine Industrieanlagen, Stadien oder dergleichen Scannen möchte, ist die Reichweite ein weniger ausschlaggebender Faktor.

Beide Scanner nutzen eine 10 MP Kamera und können HDR Bilder aufnehmen.

Der Scannschatten fällt beim TX8 deutlich geringer aus. Da dieser mit einem Radius von 317° den X7 mit seinen 282° deutlich hinter sich lässt. Bisher hatten wir damit allerdings keine Probleme.

Die Nivellierung erfolgt beim TX8 manuell. Bei jeder neuen Station muss die Libelle eingestellt werden. Der X7 dagegen macht dies automatisch und erspart dem Anwender diesen Arbeitsschritt.

Das wichtigste ist die Bedienung der Geräte. Der TX8 wird in der Regel manuell bedient am Gerät. Es gibt die Option einer Zeitsteuerung und einer WiFi Steuerung. Dafür benötigt man eine VPN App auf dem Smartphone und kann dann den Startvorgang vom Mobilgerät aus starten. Allerdings hat diese Option 2 Nachteile. Zum einen ist die WiFi Verbindung nicht sehr stark, so das teilweise schon eine Wand zwischen Scanner und Anwender zu Verbindungsproblemen führen kann. Zum anderen belastet es den Akku des Gerätes und Smartphones doch deutlich. Die Verarbeitung der Scans erfolgt beim TX8 Linear. So das jede Nacharbeit, zusätzliche Station ohne nachfolgende Nummer dann in Realworks erfolgen muss.

Der X7 bildet eine Einheit mit dem T10 Tablett. Dieses Windowsbasierte Tablet kann mehr als nur den Scanner steuern. Es gibt dem Vermesser die Möglichkeit seine Arbeit vor Ort zu prüfen und zu korrigieren. Verschobene Stationen gehören damit der Vergangenheit an, da diese im Arbeitsprozess bereits eingerückt werden können. Auch kann sofort nachvollzogen werden ob das komplette Objekt erfolgreich gescannt wurde. Vor allem die Möglichkeit der nicht linearen Scanreihenfolge ist von unschätzbarem Vorteil gegenüber dem TX8. Der damit mögliche Workflow hilft Fehler zu vermeiden und deutlich effizienter zu arbeiten als bisher. Sowohl die Punktwolke als auch die Bilddaten sind als Vorschau vorhanden. Der Akku des Tablets kann (durch den zusätzlichen internen Akku) im laufenden Betrieb gewechselt werden (dies wäre auch eine gute Option für die Scanner selbst). Ist das Projekt erfolgreich gescannt, muss es finalisiert und auf einen externen Datenträger gezogen werden. Hierbei würden wir uns wünschen das dies nicht mehr auf dem Tablet passieren muss. Denn dieser Prozess dauert doch recht lang, so das man es über Nacht machen sollte. Dabei muss allerdings eine permanente Stromversorgung gewährleistet sein, da der Stromverbrauch nicht durch die Akkus gedeckt werden kann. Zudem wird das Tablet dadurch natürlich in der Nutzung blockiert und entwickelt hohe Temperaturen. Das Projekt muss anschließend noch einmal in Real Works berechnet werden. Somit wäre es angenehmer die Rohdaten ohne finalisieren vom Tablet zu ziehen und komplett im Real Works berechnen zu lassen.

Das Fazit ist dennoch eindeutig zugunsten des X7 mit dem T10 im Gegensatz zum TX8.